Besonders nachhaltig auf Schollach wirkte sich das Entstehen und Aufblühen der Uhrenherstellung im 18. Jahrhundert aus. Wendig und findig wie die Bewohner schon immer waren, stellten sie sich, um der Not zu entgehen, schnell auf wirtschaftliche und technische Entwicklungen ein. Die langen Winterabende waren dazu angetan, etwas zu basteln oder auszutüfteln. Manch gute Idee entstand, die mit handwerklichem Können verwirklicht wurde. So kam es, daß Schollach zur "Heimat der mechanischen Uhr" wurde. Angefangen hatte es mit einem Glswarenhausierer, der von einem böhmischen Glashändler in den achtziger Jahren des 17. Jahrhunderts eine hölzerne Uhr gekauft und mit nach Hause genommen hatte. Tüftler aus mehreren Schwarzwaldorten versuchten mit Erfolg, diese Uhr nachzuahmen. Besonders beschäftigte sich mit der Anfertigung und Weiterentwicklung hölzerner Uhren Simon Dilger aus Schollach (geboren 1672). Er gab seine Erfahrungen weiter an Söhne und Lehrlinge. Diesen Umstand machten sich vorallern junge Schollacher zunutz die dem Erbrecht zufolge nicht mehr - oder nur als Knecht beim Bruder - in der Landwirtschaft arbeiten konnten. Schon l740 zählte man an den verschiedensten Orten des Schwarzwaldes 31 selbständige Uhrmacher. Auch in Schollach gab es bereits im 18. Jahr hundert kaum ein Haus, indem nicht irgendeine mit der Uhrenherstellung verbundene Tätigkeit ausgeübt wurde. Berufe wie Schildbrettmacher, Schildermaler und Gesteilmacher waren gang und gäbe. Die größten Uhrmacherwerkstätten befanden sich auf dem Kuhbauernhof und dem Ölerhof, für die die übrigen kleineren Betriebe und viele Familien Uhrenbestandteile und fertige Produkte herstellten. Auf dem Olerhof wurden auch die ersten massiven Uhrentriebe und Uhren angefertigt. Außerdem wurden dort Uhrenglocken gegossen und Werkzeuge sowie Maschinen für die Uhrmacherei hergestellt, die auch in kleinen Heimwerkstätten benutzt werden konnten. Ein besonderer Meister seines Fachs war Johann Tritschier, Olerhannesle genannt. In eigener Konstruktion stellte er eine Bohrmaschine her, mit der alle zur Verzahnung benötigten Teile gefertigt werden konnten. Familiäre Verhältnisse auf dem Öhlerhof führten zum Stillstand der Triebmacherei. Sie ging später an johann Morat über, den Gründer der Firma Johann Morat und Söhne in Eisenbach und bildete damals eine wertvolle Grundlage für den Betreibsaufbau.